cover kuehn lacan

Rolf Kühn,

Diskurs und Religion.
Der psychoanalytische Wahrheitszugang nach Jacques Lacan als religionsphilosophische Problematik

 

ISBN: 978-3-943897-26-5

Einband: Paperback; Seiten/Umfang: 276 S. - 21,0 x 14,8 cm

Preis: 39,90 Eur (D).

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Durch das Unbewusste seit Freud hat sich auch das klassische Wahrheitsverständnis als Entsprechung zwischen Denken und Wirklichkeit verändert. Lacan geht durch seine sprachlich-strukturalistische Sichtweise noch einen Schritt weiter, indem er dem „psychoanalytischen Diskurs“ im Unterschied zu anderen „Herrendiskursen“ eine Wahrheitsfindung zuschreibt, die von keinem vorgängigen Wissen mehr abhängig ist. Daraus leitet sich eine Freisetzung des Subjekts von lebensweltlichen „Anrufungsprozessen“ ab, die Begehren und Genießen (jouissance) auf imaginäre Objekte hin fixieren.
Insofern der Bezug zur radikalen Andersheit über die Symbolik der Sprache ein Sagen intendiert, das in keinem Gesagten jemals aufgeht, kann der Wahrheitsort solchen Sprechens auch „Gott“ genannt werden. Letzterer scheint ebenfalls in der (weiblichen) jouissance auf, insofern diese von keiner welthaften Totalität erfüllt wird. Zusammen mit der Lebensphänomenologie ergibt sich dadurch eine Bestimmung von religio diesseits von phantasmatisch individuellen und gesellschaftlichen Bildern.

Rolf Kühn, geb. 1944, Univ.-Dozent für Philosophie in Wien, Beirut, Nizza, Lissabon, Louvain-la-Neuve und Freiburg i. Br. – Leiter der "Forschungsstelle für neuere französische Religionsphilosophie" sowie des "Forschungskreises Lebensphänomenologie" Freiburg i. Br. (www.lebensphaenomenologie.de). Autor zahlreicher Veröffentlichungen mit den Forschungsschwerpunkten Phänomenologie, psychologische Anthropologie, Kultur- und Religionsphilosophie.

 

An diese Stelle tatsächlich gehört die religiöse Operation,
deren Kennzeichnung für uns stets von Interesse ist.
Was an Gut um des Begehrens willen geopfert wird –
und Sie werden darauf Acht geben, dass das dasselbe heißt wie,
was an Begehren um des Guten willen verloren geht –,
dieses Pfund Fleisch, ist genau das, was wiederzuerlangen,
die Religion als ihren Dienst und als ihre Verwendung ansieht.
Es ist der alleinige Zug, der allen Religionen gemeinsam ist,
er erstreckt sich auf alle Religion,
auf den gesamten Sinn des Religiösen.

Jacques Lacan
Die Ethik der Psychoanalyse (1959–1960)

 

 

Inhalt

Vorbemerkung (5)
Einleitung: Zum Verhältnis von Psychoanalyse und Religion heute (9)

TEIL I: DISKURSFORMEN UND WAHRHEIT
1. Andersheit und Wissen im Herr-Knecht-Verhältnis (32)
2. Universitäres Wissen und kapitalistischer Diskurs (46)
3. Das hysterische Wissen als Klage und Begehren (58)
4. Das psychoanalytische Wissen in der Kur (71)

TEIL II: RELIGION UND GESETZ
5. Der „Name-des-Vaters“ (90)
6. Religion und Jouissance (104)
7. Mystik und leiblicher Riss (119)
8. Ethik und Selbstsetzung (134)

TEIL III: OFFENBARUNG UND SPRACHE
9. „Ich aber sage euch“(150)
10. Affekt, Fiktion und Sprache (164)
11. Selbstoffenbarung und Vergöttlichung (179)
12. Der „religiöse Diskurs“ (194)

TEIL IV: LEBENSABKÜNFTIGKEIT UND SIGNIFIKANTENHERRSCHAFT
13. Vollzugsakt und Autorität (210)
14. Katharsis und Jüngstes Gericht (224)
15. Symptomal-kulturelles Unbehagen und „Lebensreligion“ (237)
16. Religion nach Freud und Lacan (251)

Bibliographie (268)

 

Rolf Kühn (Philosoph)“ von Sorace - Sorace. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.
Rolf Kühn, Dr. phil. Paris-Sorbonne, philos. Habil. Univ. Wien; Univ.-Dozent für Philosophie in Wien, Beirut, Nizza, Lissabon, Louvain-la-Neuve, Freiburg/Br. (Leiter der Forschungsstelle für jüngere französische Religionsphilosophie); zahlreiche Veröffentlichungen in Phänomenologie, psychologischer Anthropologie, Kultur- und Religionsphilosophie; Übersetzer wichtiger Werke Maine de Birans und Michel Henrys ins Deutsche; Herausgeber der Reihe „Seele, Existenz und Leben“ im Karl Alber Verlag; Leiter des „Forschungskreises Lebensphänomenologie“ (www.lebensphaenomenologie.de); Lehrausbilder und Supervisor in Existenzanalyse (Réseau de Logothérapie France). Letzte Hauptveröffentlichungen: Subjektive Praxis und Geschichte. Phänomenologie der politischen Aktualität, 2008; Praxis der Phänomenologie. Einübungen ins Unvordenkliche, 2009; Natur und Leben. Entwurf einer aisthetischen Proto-Kosmologie, 2011; „Ungeteiltheit“ – oder Mystik als Ab-Grund der Erfahrung. Ein radikal phänomenologisches Gespräch mit Meister Eckhart, 2012; Individuation et vie culturelle. Pour une phénoménologie radicale dans la perspective de Michel Henry, 2012; L’abîme de l’épreuve. Phénoménologie matérielle en son archi-intelligibilité, 2013; Religion und passio. Texte zur neueren französischen Religionsphilosophie (Hg.), 2013.

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